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KAP VERDEN UNSER ZIEL SO NAH UND DOCH ZU FERN

Der Tag unserer Abreise aus dem Hafen von Dakhla war ein stralend schöner Tag, mit einer steifen Brise. Laut userer Wetternachricht sollte es gegen Abend ein wenig abflauen. Zuerst fuhr ich mit dem Taxi zum Flughafen um unsere Drohne abzuholen, die dort in einem Büro aufbewahrt wurde. In Marokko sind Drohnen verboten und werden einem abgenommen. Man kann sie dann 2-3 Stunden vor Abreise wieder abholen. In unserem Fall dauerte es mal 2 Stunden bis ich ins Büro geführt wurde. Die Drohne wurde mir nicht ausgehändigt, sonder von einem Beamten zum Hafen gebracht. Ich musste die genaue Uhrzeit angeben wenn wir am Hafen wären. Pünktlich eine halbe Stunde zu spät wurden wir schon erwartet. Die Beamten wussten schon Bescheid und konntrollierten unsere Pässe. Ich wurde wieder in ein Büro geführt und man bat mich hinzusetzen. Es wurde telefoniert und der Beamte mit unserer Drohne erschien. Er übergab sie mir jedoch nicht, sodern fuhr mit seinem Wagen vor unserem Taxi her, zu unserem Schiff. Dort musste ich erst mein Dokument vorweisen, und seine Dokumente unterschreiben, dann konnte ich die Drohne entgegen nehmen. Ich gab dem Jungen der auf unser Schiff aufpasste seinen Lohn, und bedankte mich herzlich, denn es fehlte nichts. Auf dem Schiff ordneten wir noch dies und das. Der Beamte passte derweil von Land aus auf uns auf, und deutete uns auszulaufen. Wir schauten noch die Seekarten an und fuhren los. Verschiedene Fischer winkten uns zu, und hielten den Daumen nach oben, und wünschten uns gute Fahrt. Wir winkten zurück und fuhren aus dem Hafen. Die steife Brise veranlasste uns Segel zu setzen und wir machten gute Fahrt. Da ich ziemlich weit draussen im Meer brechende Wellen sah, fragte ich Vanessa ob wir irgendwo noch die richtige Simkarte für das GPS hätten, da noch die Strassenkarte drin war. Wir fingen an zu suchen, und tatsächlich fand Vanessa sie. Wir hatten sie vor über einem Jahr das letzte mal gebraucht. Wir luden sie und sahen uns die Karte genau an. Vor der Küste von Dakhla wahren mehrere Riffs. Deshalb auch die stiebenden brechenden Wellen. Das gefiehl mir gar nicht, und da der Wind weiter auffrischte, und die Wellen anstiegen, suchten wir eine schützende Bucht und fanden sie kurze Zeit später. Geschützt von Wind und Wellen ankerten wir. Auf den Felsen sahen wir die Überreste eines Schiffes, das weniger Glück hatte als wir. In der Nacht mussten wir abwechselnd Ankerwache halten da der Wind uns mal hierhin und mal dorthin wehte. Am darauf folgenden Tag pumpten wir die Schwimmer ganz auf, und befestigten das Schwert noch besser. Wir beschlossen noch einen weiteren Tag in der Bucht zu bleiben, um noch besseres Wetter abzuwarten. Dabei schauten wir denn verschiedenen Fischern zu, wie sie mit ihren Lastwagenschläuchen, auf das Meer hinauspattelten, nur mit ihren Flossen als Antrieb. Manchmal Kilometerweit nur noch als kleine Punkte sichtbar trotz Wellen und Wind. Auch in der Nacht blieben sie mit ihren Lampen, und Ringen draussen, zum fischen.


Nachdem wir die Karte auf dem GPS genau studiert hatten, fanden wir einen Weg durch die Riffs. So fuhren wir am Tag darauf los, und erfreuten uns an den stiebenden Brechern zu unserer Linken und Rechten. Zum Glück hat Vanessa die richtige Sim-Karte noch gefunden. Ohne sie wäre es mulmig geworden. Draussen setzten wir Segel, und erfreuten uns wieder auf dem Meer zu sein. Ich legte mich für 3 Stunden schlafen und erwachte, da es mich in der Schlafbox herumrollte. Ich streckt den Kopf zur Kiste raus, und blickt zu Vanessa ins Steuerhaus, und dann auf die Wellen. Vanessa sah mich mit fragendem Blick an, und ich mit fragendem Blick zurück. Hatten wir beim studieren des Wetters schlecht aufgepasst. Ich gesellte mich zu Vanessa in unser kleines Steuerhaus. Vorsichtshalber langten wir nach unseren Schwimmwesten. Langsam brach die Nacht herein, und sie würde dunkel werden, da kein Mond scheinen würde. Ich fragte Vanessa ob sie nicht schlafen gehen wolle? Sie zog es vor, sich auf der Bakskiste zusammen zu rollen, wärenddessen ich etwas mulmig nach einer Bucht Ausschau hielt. Wir mussten wieder einmal durchhalten, denn die nächste Bucht würden wir erst am nächsten Nachmittag anlaufen können, wenn überhaupt. Es sind diese nicht Enden wollenden Nächte, die an unseren Nerven zerrten. Wenn man nie genau weiss wann, und ob, etwas in die Brüche geht, oder eine übergrosse Welle von hinten angerollt kommt, und das gesamte Schiff kippt. Es gab etliche Wellen bei denen wir meinten, jetzt kippen wir, und beide gleichzeitig aufschrien. Der Morgen kam, und wir erfreuten uns unglaublich an dem ersten Licht, des neuen Tages und das alles gehalten hatte. Doch die Wellen die wir auch sahen waren für uns, und vorallem für Vanessa eine Katastrophe. Letzte Nacht waren auch wieder verschiedentlich brechende Wellen an unser Steuerhaus gedonnert wie bei dem letzten Sturm vor einem Jahr. Zuerst beruhigte sich das Wetter, doch gegen Mittag legten die Wellen wieder zu und es begann in den Wanten wieder dieses unangenehme Pfeifen. Wir sahen langsam auf dem GPS eine einigermassen geeignete Bucht, und auch ein Haus auf einem Felsen stehen an dem sich die Wellen brachen und weit in die Luft stoben. Wir konnten nicht glauben hier anlanden zu können, unmöglich. Sollte sich die Bucht hier befinden müssten wir weiterfahren, oder es versuchen. Wir hofften das sie weiter vorne wäre. Und tatsächlich sahen wir wieder ein Gebäude auf einem Felsen stehen, das wir verwechselt hatten." Lieber Gott vielen Dank" sagten wir beide aus einem Munde. Die Bucht war da und sie sah geschützt aus. Wir freuten uns wie kleine Kinder, und sausten um die riesige, wellenbrechende Mauer herum. Endlich in Sicherheit vor den Wellen. Es ist jedesmal ein komisches Gefühl, wenn man tagelang in denn Wellen geschaukelt hat, und plötzlich keine Wellen mehr sind, und das Schiff ruhig im Wasser liegt. Leider zu früh gefreut!



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1 Comment


Beim Durchschauen eures Blogs muss ich als Landratte tatsächlich aufpassen, vom auf und ab der Gefühle und Eindrücke nicht seekrank zu werden.

Ich wünsche euch für die Weiterfahrt zu Land und zu Wasser und im Umgang mit abstrus tickenden Bürokraten starke Magennerven.

Ich zähle darauf, dass es in Marokko mit magenschonendem Flachwasser weitergegangen ist. Ich kaue aber schon mal präventativ Ingwer, soll gut gegen Seekrankheit sein.

Gruss Klaus S

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