Medellin, Bogota und wohin als nächstes?

Nach einer ruhigen Nacht im Hotel del Bosque (Armenia), standen wir gemütlich auf, und packten unsere Sieben Sachen. Heute ist Reisetag, und wir freuen uns beide auf neue Eindrücke und Erlebnisse. Die Distanz beträgt runde 250 Km. Für diese Distanz beträgt die Reisezeit runde 7 Stunden mit dem Bus. Nachdem wir uns in dem Kaffee um die Ecke gestärkt hatten, nahmen wir ein Taxi um zum Busterminal zu fahren. Der Taxifahrer gab ordentlich Gas, und ich schaute deshalb nicht auf meine Uhr, sonst könnte er noch auf den Gedanken kommen wir hätten es eilig, und noch mehr aufs Pedal drücken. Er fuhr jedoch nach der Devise: "schnell aber sicher". Ein Busticket für nach Neiva war schnell gekauft. Kostenpunkt stolze 60 000 Pesos - 15 Fr. Aber Hallo, Freude herrscht im Portemonnaie. Nach kurzer Zeit wussten wir warum die Reise so lange dauern würde. Es ging über die Kordillieren. Ein Bergmassiv das sich durch Kolumbien erstreckt. Wir fuhren teilweise im Schritttempo. Es war unglaublich wie die Strassenbauer es geschafft hatten eine Strasse durch solches Gelände zu erstellen. Nach einer Unterhaltung mit dem 2. Buschauffeur, fanden wir heraus, das wir früher aussteigen könnten, um so unseren Reiseweg zu verkürzen. Die Ortschaft war aber auf der anderen Seite eines Flusses. Okay, so stiegen wir aus, und tatsächlich war schon jemand da der uns entgegenlief. Es gäbe eine Fähre, wurde uns gesagt, die um 18.00 Uhr ablegen werde. Sie verteilten uns auf Motorräder (je drei Personen pro Motorrad Plus zwei Gepäckstück) und los ging es. Es wurde doch eine 20 minutige Fahrt über einen Trampelpfad bis zum Fluss Halleluja haha. Und tatsächlich da lag eine kleine Personenfähre am Ufer und wartete bis wir komplett waren, und legte sodann ab. Am anderen Ufer luden wir unsere Gepäckstücke auf und erreichten nach 15 Minuten Fussmarsch unsere Pension für die Nacht. Schweiss gebadet gingen wir aufs Zimmer und duschten um nachher schon bald den "Nuck" zu nehmen.

Gute Nacht.



Am nächsten Morgen standen wir früh auf, denn wir wollten die Tatacora Wüste besuchen. Zuerst brachte uns ein sogenanntes Tucktuck zum Rand der "Wüste". Diese misst nur runde 30 Km2. Es ist eine spezielle Gegend die durch Erosion entstanden ist. Es wurde doch anständig warm, so das wir nach runden 3 Stunden den Weg aus dem Labyrint suchten und uns in einer Essbude stärkten. Nach einem gemütlichen Gespräch mit dem Budenbesitzer, fuhren wir noch mit seinen 2 Söhnen auf dem Motorrad, und einem neuen Hut für mich, zu einer weiteren Wüste. Dort schauten wir uns die Gegend zu Fuss an, und machten uns dann auf den Heimweg nach Villaviecha. Dort beim Placa Zentral kehrten wir ein, und assen eine Spezialität. Es ist eine Kugel, etwa so gross wie ein Knödel, mit Rösti und Mais und in der Mitte ein Ei, und das im Öl fritiert. Hammer!!!. Danach fielen wir in einen runden Schlaf, und träumten von grossen runden Bäuchlein, die nicht mehr in die Hosen passten. Autsch!!!

Gute Nacht aus einem kleinen Dorf in Kolumbien.



Am nächste Morgen, verabschiedeten wir uns, und fuhren mit einem Minibus in die nächste grössere Stadt namens Neiva. Dort, am recht überraschend grossen Busterminal, kauften wir uns zwei Ticket für Bogotá. Der Bus überraschte uns unglaublich. Es war ein Doppelstöckiger äusserst moderner Bus mit nur dreier Sitzreihen. Die Sitze sahen aus wie gemütliche Fernsehsessel, und einen solchen hatte es auch in der Lehne integriert. So machte uns die rund 7 stündige Fahrt nach Bogota richtig Spass. Wir erreichten Bogota so gegen 5 Uhr nachmittags. Im riesigen Busterminal, schauten wir uns nach einem Bus für Medellín um. Da wir noch gut beieinander waren beschlossen wir weiterzureisen. Um 22.00 Uhr ging der Bus los nach Medellín. Es war auch wieder ein modernster Reisebus, der die ganze Nacht durchfuhr. Es war eisig kalt im Bus, da mit der Klimaanlage brutal runtergekühlt wurde. Wir frohren trotz langen Hosen und Jacken mit Kapuze. Nach über 11 stündiger Fahrt, und mehreren Staus durch Unfälle, und einem Hangabrutsch, bei dem mehrere grosse Bäume die Strasse sperrten kamen wir gegen 9 Uhr am nächsten Morgen in Medellín an. Vanessa hatte vorgängig schon ein recht günstiges Hotel in Zentral Medellín gebucht. Mit dem Taxi ging es sogleich ins Hotel Medellín Central. In Medellín der Wirkungstätte von Pablo Escobar, dem wahrscheinlich grössten D.....baron seiner Zeit, wollten wir mehr über sein Leben, dass nur 43 Jahre dauerte erfahren. Wir besuchten seine Häuser, Schlupfwinkel, und Räume, die bis zur Decke mit 50er und 100 Dollarnoten gefüllt waren. Tauchten ein, in ein Leben das mit Banküberfällen begann,mit unglaublichen ausgeklügelten Schmuggeltetransporten des weissen Pulvers, in die ganze Welt weiterging, und schliesslich mit einem Selbstmord, und mehreren Schüssen in den Rücken ein jähes Ende nahm. Die ganze Geschichte machte uns doch hungrig, und so fanden wir zu Fuss ein Restaurant, um uns zu stärken. Im Laufe des Tages, und nachdem wir verschiedenen Leuten sagten, wo unser Hotel lag,bekamen wir zu hören, das diese Gegend doch ziemlich gefährlich sei. Es war schon dunkel geworden und so nahmen wir ein Taxi. Wir erklärten dem Fahrer die Adresse und fuhren los. Da wir Google Map eingeschaltet hatten, fiel uns auf das er abgedreht hatte, und wir in die verkehrte Richtung fuhren. Wir machten in darauf aufmerksam. So änderten wir erneut die Richtung und lotsten ihn wieder zurück. Da er aber nur mit Lesebrille das Handy zu lesen versuchte, kamen wir nach einer runden halben Stunde und einer wahren Irrfahrt in Medellín irgendwo an, nur nicht beim Hotel. Ich bedeutete ihm anzuhalten, damit wir aussteigen, und uns ein anderes Taxi nehmen könnten. Doch er meinte, und fuchtelte mit den Armen, das uns ein anderes Taxi auch im "Seich" herum führen würde. Okay, so blieben wir drinn, und sagten nichts mehr. Und siehe da, nach einer wahren Aufholjagd, und einer weiteren halben Stunde, im Strassengewirr Medellíns, kamen wir tatsächlich beim Hotel an. Erleichtert stiegen wir aus, und gaben ihm trotzdem noch ein Trinkgeld. Man weiss ja nie!!!!

Jetzt aber wahr es Zeit, dem Kissen zu lauschen, denn es erzählte uns wahrscheinlich wilde Geschichten, von Räumen voller Geld, einem weissen Pülverchen, und einem liebenswürdig dreinschauenden Mann:"PABLO ESCOBAR".



In der Nacht blieb es still, obwohl wir gewarnt wurden, das es hier unmittelbar im Zentrum Medellíns, wo unser Hotel Medellín Central lag, noch gefährlich wäre. Auch die Rezeptionistin sagte uns, wir sollten am Abend besser nicht raus. Sobald man das Hotel verlässt, fällt einem auf wie viele Polizisten es hat. Das ist hier schon auf die Kriminalität zurück zu führen.Als wir an einem Tag rausgingen, stand plötzlich ein Mann vom Boden auf, kam auf uns zu, und rief: "Give My Money Money". Ich deutete Vanessa an sofort die Strassenseite zu wechseln, was uns auch gelang. Danach schaute ich mich unaffällig um, um zu sehen ob er uns folgte. Doch ein Polizist, der unmittelbar in der Nähe stand, hatte ihn schon aufgehalten und redete mit ihm. Auf dem Weg zur Comuna 13 fotografierte Vanessa zum Fenster des Taxis hinaus. Der Taxifahrer reagierte sofort und bedeutete Vanessa das Telefon sofort rein zu nehmen. Es ist sicher auch heute noch nicht ganz ungefährlich in Medellín. Die Wahrheit ist aber auch, das viele Columbianer, die über viele Jahre hinweg nur schlechtes gehört, und teilweise halt auch selber erlebt haben, den Wandel noch nicht richtig mitgekriegt haben. Die Mordrate lag in Medellín vor Jahren, und der Zeit Pablo Escobars bei 7000 Toten im Jahr, heute ist sie 28 Mal tiefer. In der Comuna 13 im Distrikt, San Javier, herrschten blutige Bandenkriege, und verschiedene Gruppen wechselten sich ab. Auch die Farc Rebellen suchten dort Zuflucht. Noch im 2016 rückte das Militär in die Comuna 13 ein, und mit Unterstützung von Black Hawk Helikoptern wurden 88 Menschen getötet. 8 davon wahren Farc Rebellen, der Rest wahren Zivilisten die einfach in einem Massengrab, auf der anderen Seite der Comuna vergraben wurden. Nach dieser Zeit jedoch änderte sich das Leben in der Comuna, und es wurde eine Seilbahn gebaut, und erleichterte so den Menschen den Weg zur Arbeit. Dann begann eine Zeit, die in der einst gefährlichsten Gegend der Welt, zu einem umdenken führte. Es wurde eine Rolltreppe, in diese, an einem steilen Berghang liegende Comuna 13 gebaut. Die Leute wahren zuerst skeptisch. und meinten das viele Geld, das für die Rolltreppe gebraucht wurde, sollte man lieber der armen Bevölkerung, die teils in Elenden Behausungen wohnte, geben. Doch was passierte? Es kamen langsam wieder Touristen ins Land. Einzelne Rucksacktouristen hörten von der Geschichte mit der Rolltreppe, und besuchte diesen Ort. Und es kamen in den letzten Jahren immer mehr. Die Leute, in der einst so gefährlichen Comuna 13, eröffneten kleine Getränkeläden und Restaurants und verkauften Souveniers an Touristen. Auch für die junge Generation wird der Ort zu einem Meka in der laute coole Musik in ist, und Künstler sich etablieren können.Die Kinder fangen an, englisch zu reden, und es beginnt ein bescheidener Wohlstand für die jahrelang geplagte Bevölkerung. Diese Gegend, in die noch vor ein paar Jahren, kein Fremder hinfuhr, und sich auch die, Bevölkerung Medellins nicht hingetraute, ist heute absolut ungefährlich.

Vor Jahren besuchte sogar Präsident Bill Clinton diesen Ort, um sich selbst ein Bild zu machen, über dieses moderne und wahre Märchen. Der Wandel für die Menschen, wahr die Idee eines einzelnen Mannes, der die Vision und Weitsicht hatte diesen Ort neu zu gestalten.

So etwas mit eigenen Augen zu sehen, und hautnah miterleben zu dürfen, rührte mich zu Tränen, und zugleich konnte ich nicht aufhören mich zu freuen für die Menschen die nach über 50 Jahren Bürgerkrieg, wieder eine Zukunft, die menschlich ist haben. Nach dieser rund vierstündigen Tour, mit einem erstklassigen Guide, sah ich die Stadt Medellín in einem anderen Licht. Wir stärkten uns noch, und machten uns, zuerst mit der Metro, und dann mit dem Taxi auf zum Hotel. Und siehe da, der Taxifahrer diesmal, fand den Weg ins Hotel auf Anhieb. Glück dem Mutigen. An diesem Abend konnten wir lange nicht einschlafen, denn man erlebt nicht jeden Tag, am eigenen Leib, ein wahres und schönes Märchen wie dieses.

Trotzdem gute Nacht: Und es wahr einmal.....in Medellín, Columbien.

Rene und Vanessa



Heute ist wieder Reisetag. Unsere Habselikeiten sind bald gepackt, und nachdem ich noch einen neuen Reiserucksack erstanden habe, ging es mit einem Taxi zum Busterminal von Medellín. Wir sind jetzt schon gut geübt, auf diese Art zu Reisen. Die nächste Reise führt uns nach Guatape. Dort gibt es einen speziellen riesigen Felsbrocken, der inmitten einer Seenlandschaft aufragt. Es ist einer der Sehenswürdigkeiten von Kolumbien, die man gesehen haben muss. Und wirklich, wenn man den Felsen das erste mal sieht, wundert man sich schon. Wir fahren ein paar Stunden mit einem kleinen schön angemalten Bus nach Guatape. Dort hat meine liebe Vanessa, wieder ein günstiges Zimmerchen gemietet. Wir laufen mit unserem gesamten Gepäck durch das Örtchen und ruhen uns ein wenig aus. Der Hunger nagt, und so machen wir uns auf um etwas ins Bäuchlein zu bekommen. Es schüttete wieder mal, und so gehen wir

bezeiten schlafen. Der nächste Morgen ist nach einem unruhigen Schlaf auch verregnet. Es sieht aber nach einer Aufhellung aus, und so beschliessen wir uns nach dem Frühstück, aufzumachen. Wir wollen den Stein mal genau in Augenschein nehmen. Der Bus bringt uns hin. Und wirklich es ist ein gewaltiger Klotz. Man kann ihn durch eine Art Treppe ersteigen. Es sind ca. 700 Stufen. Es ist uns zuerst ein wenig mulmig, aber nach geraumer Zeit ist man im Treppenmodus, mit 1000enden anderen. Wir haben grosses Glück, und das Wetter hellt auf, und es drückt ab und an die ☀️ Sonne durch. Wir machen die obligaten Fotos, und machen uns nach einem schönen Rundumblick, auf den Weg nach unten. Wir trinken dann noch einen Hugo. Einen mit Alkohol, und einen ohne für mich. Die Kellner geben immer mir den mit Alkohol, und wundern sich dann wenn wir tauschen, und Vanessa den Drink an sich reisst. Hehe. Danach gings mit dem Bus zurück nach Guatape. Langsam ziehen dicke Wolken auf, und wir begeben uns unter Dach von einer Imbissbude. Nach 10 Minuten fängt es an zu schütten was das Zeug hält. Wir sitzen das Gewitter im trockenen ab. Unser Entschluss steht fest, und wir packen ein paar Stunden später unsere Sachen und nehmen den Abendbus zurück nach Medellín. Wir haben uns entschlossen, denn Nachtbus von Medellín, nach Bogotá zu nehmen. So sparen wir eine Nacht fürs Hotel. Der Bus fährt so um 22.00 Uhr los und wir machen uns wieder auf eine eisige Nacht gefasst. Und so war es dann auch. Doch wir haben alle unsere Kleider zum zu decken dabei. Als es hell wird, kommen wir in der Hauptstadt Kolumbiens, auf immerhin ca. 2500 Meter über Meer an.

Am 7. März geht mein Flug zurück nach Las Palmas. Und am 8. März fliegt Vanessa für einen Monat nach Costa Rica. Es bleibt uns also noch ein Tag Zeit für Bogota anzuschauen. Wir entschliessen uns auf den Hausberg von Bogotá, zur Kirche Monserrate zu begeben. Es gibt auch eine Luftseilbahn, doch davor wand sich eine lange Schlange. Ich entschloss mich zu laufen, während Vanessa das Bähnlein nahm.




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